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    <title>Illusionen, Liebe, Sex, Lust und Sünde (Artikel mit Tag literatur)</title>
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    <description>betrachtungen ueber ungewoehnliche gefuehle, illusionen,  lust und liebe</description>
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    <pubDate>Wed, 20 May 2026 15:37:07 GMT</pubDate>

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    <title>RSS: Illusionen, Liebe, Sex, Lust und Sünde - betrachtungen ueber ungewoehnliche gefuehle, illusionen,  lust und liebe</title>
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    <title>Spätes Nachdenken über die „Shades of Grey“</title>
    <link>https://lustsuenden.de/index.php?/archives/76-Spaetes-Nachdenken-ueber-die-Shades-of-Grey.html</link>
            <category>Ethik, Moral und Sexualität</category>
            <category>Gefühle und Emotionen</category>
    
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    <author>nospam@example.com (redaktion - sehpferd)</author>
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    Wer erinnert sich noch an die &lt;em&gt;„Fifty Shades of Grey“&lt;/em&gt;? Bestimmt nicht jene, die nach zutreffenden Informationen über „Gewalt gegen Frauen“ suchen. Literarisch ist die Trilogie eine Katastrophe, die Inhalte sind mit fragwürdigen SM-Beschreibungen gespickt. (1) Doch das Einzige, was wirklich zählte, war die Tatsache, dass eine enorme Anzahl von Leserinnen mittleren Alters das Buch Zeile für Zeile verschlungen hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das mussten auch jene Wissenschaftlerinnen zugeben, die das Buch zwiespältig sahen. Hatte das Buch aus dem Jahr 2011 etwa „Missbrauchsnormen“ verfestigt? Und was ist davon nach nunmehr 15 Jahren noch erkennbar?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich lese:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Trotz des Mangels an empirischen Studien zu diesem Thema weisen Wissenschaftler darauf hin, dass Menschen ihre realen Überzeugungen und Einstellungen regelmäßig als Reaktion auf fiktionale Darstellungen ändern.&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Haben Erotik-Autorinnen und Autoren die Macht, Normen zu verändern? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sollte es stimmen, dann würde den Schreibenden und ihren Büchern eine enorme Macht zugewiesen, und ja, das ist schon einmal vorgekommen. Doch damals haben Bücher noch einen ganz anderen Stellenwert gehabt. Wie war es doch noch mit Harriet Beecher Stowe? Ja, ihr Buch veränderte die Welt (2) . &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Die Heldin und die Leserin - wie komm der Roman ins Gehirn? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie aber kann ein Buch die Welt verändern, wenn es sich um ein modernes Märchen handelt, die Neuauflage einer Cinderella-Geschichte mit viel „Aua“? Und warum haben es Millionen von Frauen gelesen? Sie haben, wie so viele Lesende, die Heldin mit sich selbst verglichen. Und sie haben sich gefragt, wessen Leben erregender war - das von Anastasia oder das Eigene? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Die seltsamen Formen der Erregung &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erotische Romane werden konsumiert, weil es dort seltsame Formen körperlicher und mentaler Erregung gibt. Das gilt auch für solche, die einen betont schlechten Stil haben, nicht von literarischer Qualität zeugten oder völlig absurde Inhalte hatten. Das Absurde gehört geradezu zum erotischen Roman wie das Salz zur Suppe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Wo das Bild der erotischen Romane entsteht &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und noch etwas: Fragen wir uns doch nur einen winzigen Moment, wo sich Schmerz und Lust paaren. Wir werden dann feststellen, dass sie sich in den geheimen Kammern unserer Gehirne verbinden und verborgene Gefühle freisetzen. Die Geschichte, die wir im Buch lesen, kann als Auslöser gelten, doch sie stimmen nicht mit der Sichtweise überein, die wir selbst von dieser Geschichte haben. Die schwarzen Buchstaben auf weißem Papier werden in plastische Bilder umgewandelt, die nur wir selbst sehen und erleben können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das übrigens unterscheidet geschriebene Erotik von erotischen Handlungen in den einschlägigen Videos. Wer einen erotischen Roman liest, findet seine eigene Interpretation der Gefühle. Wer hingegen einen pornografischen Film sieht, findet die Auswirkungen in Bildern vor, die kaum noch eine Interpretation ermöglichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;&lt;br /&gt;
(1) Sehpferd nimmt ausschließlich Bezug auf die Druckausgabe. Deutsche Ausgabe unter dem Titel &quot;Shades of Grey&quot; - &quot;Geheimes Verlangen&quot;, deutsche Erstausgabe, München 2012. &lt;br /&gt;
(2) Uncle Tom’s Cabin, erschienen 1852. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinweis: Sehpferd verweist hier nur auf einen &lt;a href=&quot;https://www.infosperber.ch/gesellschaft/kultur/bestseller-verklaert-gewalt-gegen-frauen/&quot;&gt;Artikel über die Studie&lt;/a&gt;. Die Studie selbst wurde in zahlreichen Medien erwähnt. Sie datiert von 2013, wurde also bereits kurz nach dem Erscheinen des Buches (2011/2012) &lt;a href=&quot;https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23931257/&quot;&gt;veröffentlicht&lt;/a&gt;. Insofern ist dies ein Rückblick.&lt;/em&gt; 
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    <pubDate>Wed, 20 May 2026 12:39:00 +0000</pubDate>
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    <category>auswirkungen</category>
<category>literatur</category>
<category>veröffentlichungen</category>
<category>wissenschaft</category>

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    <title>Der Harem - von der Realität zum erotischen Flagellations-Roman </title>
    <link>https://lustsuenden.de/index.php?/archives/70-Der-Harem-von-der-Realitaet-zum-erotischen-Flagellations-Roman.html</link>
            <category>Begriffe und Hintergründe</category>
            <category>Ethik, Moral und Sexualität</category>
            <category>Sünden </category>
    
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    <author>nospam@example.com ( Ukux Oxisana)</author>
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    &lt;figure class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 1024px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:60 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;1024&quot; height=&quot;852&quot;   srcset=&quot;https://lustsuenden.de/uploads/swoboda_die_haremstaenzerin.800W.serendipityThumb.jpg 1200w,https://lustsuenden.de/uploads/swoboda_die_haremstaenzerin.400W.serendipityThumb.jpg 600w&quot; src=&quot;https://lustsuenden.de/uploads/swoboda_die_haremstaenzerin.jpg&quot;  loading=&quot;lazy&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;figcaption class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Unter Frauen - der Harem als Thema &lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;Die erotische Literatur des beginnenden 20. Jahrhunderts trieb enorme Blüten. Das Thema der gebildeten jungen Britin, die einen Harem besuchte, schlug sich auch in der erotischen Literatur nieder. Als besonders heftige pornografische wie auch flagellantisches Werk gilt bis heute der Briefroman „&lt;em&gt;Birch in the Bodoire&lt;/em&gt;“, der auch als „Beauty in the Birch“ bekannt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Das verzerrte Sittengemälde des Orients &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Buch vermischt Tatsachen mit surrealen erotischen Motiven, nimmt Personen des Zeitgeschehens zum Vorbild, verzerrt ihre Motive und wird auf diese Weise zum Sittengemälde des 19. Jahrhunderts. Der Briefwechsel selbst ist frei erfunden, jedoch kommen in ihm wieder Personen und Ereignisse der Zeitgeschichte vor. Kurz. Die junge Diplomatentochter Lizzy reist mit einigen anderen Personen nach Ramallah, um den dortigen Pascha zu treffen. Mitglied der Reisegruppe ist auch ein gewisser Dr. Jacobus, der seine sadistischen Gedanken als wissenschaftlich fundierte Fakten vorträgt und der in den Briefen letztlich für Zynismus und Frauenfeindlichkeit steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die meisten Zitate aus dem Buch ungeeignet sind, um hier veröffentlich zu werden, deutet die folgende Beschreibung auf einen ähnlichen Reisebericht einer reisenden Autorin hin: (Seite 48):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Wie groß meine Neugier auch war, ich achtete sorgfältig darauf, zunächst kein übermäßiges Interesse am Harem zu zeigen. Ich sprach nur beiläufig mit dem Pascha darüber. … Er gestand, dass er eine Vorliebe für englische und europäische Mädchen habe – ebenso wie für arabische, indische und sogar karibische. Ich konnte nichts dagegen einwenden, da ich wusste, dass die Macht meines Vaters mich vollkommen schützte. Dennoch war mein Verlangen, die Schönheiten seines Serails zu erblicken, nun stärker denn je. Zu meinem Erstaunen sagte er ganz beiläufig: „Wenn du morgen Zeit hast, allein herzukommen, werde ich Nabyla anweisen, dich zu jener Galerie zu führen, von der aus du meine Schätze betrachten kannst.“&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Woher könnten solche Informationen stammen?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesichert ist es nicht, doch scheint es so, als ob der Autor bei der englischen Schriftstellerin Julia Sophia H. &lt;a href=&quot;https://www.researchgate.net/publication/328259708_Women_and_Orientalism_19th_century_Representations_of_the_Harem_by_European_female_travellers_and_Ottoman_women&quot;&gt;Pardoe&lt;/a&gt; nachgelesen hatte. Frau Pardoe hatte nach eigenen Aussagen Zugang zu mehreren Harems, in denen sie ganze Tage und Nächte in der Gesellschaft der Frauen verbrachte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir lesen dazu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Die Reiseliteratur von Frauen war im 19. Jahrhundert ein besonders lukratives Genre, und die Harem-Literatur erfreute sich als dessen Subgenre einer ganz besonderen Nachfrage. Diese Berichte, die von angesehenen Verlagen publiziert wurden, erschienen aufgrund ihres großen Erfolgs häufig in Zweit- oder sogar Drittauflagen.&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
Insofern ist zumindest die Reise, die auf 1904 datiert wurde, keine Utopie, ebenso wenig wie der Besuch einer weißen, gebildeten Frau im Harem eines Sultans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es scheint, als ob der Arzt Dr. Jacobus, einer der Schlüsselfiguren des Romans, dem tatsächlich existierenden Gynäkologen Dr. &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Isaac_Baker_Brown&quot;&gt;Isaac Baker-Brown&lt;/a&gt; entsprach. Er hatte sich im Laufe seiner Tätigkeit einen zweifelhaften Ruhm mit seiner Praxis der Klitoris-Entfernung erworben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Das Fazit&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zusammenfassung ergibt sich dieses Bild: Die beiden Briefschreiber im Roman sind jeweils Zerrbilder tatsächlich existierender Personen, die Mitte oder Ende des 19. Jahrhunderts gelebt hatten. Weil der Roman von vornherein auf Leser(innen) angelegt war, die sich mit „strenger Erziehung“ beschäftigten, wurde dieses Thema Gegenstand des gesamten Romans. Die Figur des Arztes Dr. Jacobus passte hervorragend in eine Zeit, in der über Frauen „von oben herab“ geurteilt wurde, was letztlich auch auf das Vorbild zutraf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer immer die Autoren des Buches waren – sie hielten der Gesellschaft ihrer Zeit zugleich einen Spiegel vor und versuchten dennoch, dabei ein unsagbar pornografisches Buch zu schreiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Hinweis: Der andere Teil des Buches – also die Briefe, die Lizzy von ihrem Bekannten Charlie empfing, haben ausschließlich etwas mit „Britischer Disziplin“ zu tun. Sie wurden aus diesem Grund hier nicht behandelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Buch selbst erschien bei zahlreichen Verlagen unter dem Namen verschiedener Autoren. Es enthält Szenen, die sich  nicht für für empfindsame Personen eignen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bild: Sandor Alexander Svoboda, Ungarisch-armenischer Maler&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
 
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    <pubDate>Thu, 14 May 2026 16:13:00 +0000</pubDate>
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