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Was Gefühle sind und was sie bedeuten

Gefühle, Emotionen und Lüste
Gefühle sind – das muss ich unbedingt vorausschicken, in unserer Sprache zweierlei. Einmal ist es das, was wir mit unseren "Fünf Sinnen" aufnehmen und was dabei mit uns passiert. Man sagt dann auch, „Empfindungen“ dazu oder ganz vornehm „Sinneseindrücke“. Zweitens wird das Wort verwendet, wenn wir uns mit den Wirkungen von Gefühlen beschäftigen. Dann sagen wir Emotionen dazu.

Alle wichtigen Gefühle haben etwas mit unserer Natur zu tun

Die Natur hat uns einige „Basisgefühle“ mitgegeben, zum Beispiel Liebe, Freude, und Überraschung. Aber auch Traurigkeit, Ekel und Angst gehören dazu. Meist sagen uns Forscher, dass wir zumindest einen Teil davon benötigen, um zu überleben.

Gefühle, Gedanken und Emotionen

Diese Gefühle lassen sich schlecht beschreiben – das hast du sicher schon selber festgestellt. Manchmal kommen sie in dir auf, weil du etwas siehst oder hörst – zum Beispiel ein Geräusch, dass dir „Angst macht“. Manchmal kommen sie aber auch von „innen“, und dann hast du meistens keine Ahnung, warum das so ist.

Wenn dein Gefühl „aus dir heraus will“, sprechen Wissenschaftler von einer „Emotion“. Das ist ein Fremdwort und heißt, dass dich deine Gefühle sehr „bewegen“. Du erkennst so etwas daran, dass sie deinen Körper belasten, deine Stimmung vermiesen und dein Gehirn beschäftigen. Und vor allem merkst du, dass andere diese Gefühle erkennen. Du selbst hats dann oft den Wunsch, mit jemandem darüber zu reden.

Gefühle, die aus der Chemie kommen

Der Körper von uns Menschen kann selbst Stoffe herstellen, die uns trauriger oder glücklicher machen. Das nennt man „biochemische Prozesse“, und sie spielen eine gewaltige Rolle im menschlichen Leben. Besonders wichtig sind sie für den sozialen Zusammenhalt, die Freude am Leben und auch, um die Geschlechtslust anzuregen.

Irrtümer über den "Sitz" der Gefühle

Bleiben wir noch einen Moment bei den allgemeinen Gefühlen, denn es gibt auch Irrtümer darüber. Beispielsweise, dass die guten Gefühle aus dem Herzen kommen, während die schlechten Gefühle aus unserem Denken entstehen. Manchmal wird auch gesagt, dass „Bauchgefühle“ wichtiger und wertvoller sind als andere Gefühle. Das ist nicht richtig, denn jeder Mensch lernt aus der Erfahrung, was für ihn wichtig ist und was nicht.

Verwirrung durch Gefühle und Erwachsen werden

Wahr ist aber, dass unsere Gefühle dann und wann verwirrend sind und wir nicht mehr wissen, wie wird damit umgehen sollen. Dann sollten wir mit jemandem sprechen, dem wir vertrauen und der gut zuhören kann.

Kommen wir wieder zurück zu den Gefühlen, die mit der Geschlechtslust zusammenhängen, also mit dem Sex und so. Sie entstehen mit dem Beginn der Pubertät. Es sind mächtige Drogen, die der Körper dabei erzeugt und einsetzt. Für uns Menschen sind sie zuerst verwirrend, weil wir am Anfang keine Ahnung haben, wie wir damit umgehen sollen. Dazu brauchen wir vor allem Zeit. Wir versuchen, unsere bisherigen Erfahrungen mit dem „Neuen“, was da auf uns zukommt, in Einklang zu bringen, und das funktioniert ganz schlecht. Uns beliebt also nichts übrig, als uns an das „Neue“ anzupassen und uns darauf vorzubereiten, dass dieser Trieb unser Leben verändern wird.

Ich hoffe nun, alles so einfach wie möglich erklärt zu haben. Wenn du mehr wissen willst, kannst du hier demnächst weiterlesen. Wir versuchen immer, die Texte einfach zu halten, aber sie werden länger, wenn wir etwas genau erklären sollen.

Hinweis: Diese Artikel wurde bewusst in einfacher Sprache verfasst. Er kann für Unterrichts- und Ausbildungszwecke genutzt werden.
Einführung zur Online-Reihe "Fühlen ist ein seltsames Gefühl" - Vorwort.

Lust und Sünde – wie ist das eigentlich?

Erst die Lust, dann die Sünden ...
Bisher war dieses Blog ein Experiment. Nun wird es zu dem, was es eigentlich werden sollte: ein Beitrag zu Lust und Sünde. Ich beschränke mich unter all den Lüsten, Sünden und Lastern auf die Wollust. Diese Sünde gehört in der katholischen Lehre gemeinsam mit der „Unkeuschheit“ zu den beiden „Gefährdungen“ des Menschen, die aus dem sexuellen Verlangen entstehen.

Die Behauptung geht dahin, dass aus den Wurzeln dieser Sünden weitere Verfehlungen wachsen, die wieder andere Gefahren nach sich ziehen.

Behauptung: der Keusche kommt nicht in Versuchung

Im Grunde ist die Sache einfach: Wer nur keusche Gedanken hat, der wird auch ein keusches Leben führen. Und wer ein keusches Leben führt, ist nicht der Verführung ausgesetzt, weitere Lüste zu erproben. Also wird versucht, die Keuschheit zu idealisieren – und weil es wesentlich einfacher ist, den Keuschheitsanspruch an die Frau zu stellen, werden alsbald Frauen als Garanten der Keuschheit bemüht. Das alles wird bis heute so gelehrt.

Das religiöse Modell der sexuellen Sünde mündete in das Patriarchat

Und tatsächlich funktionierte dieses Prinzip, solange die Verhältnisse in Ehe und Familie weitgehend nach dem Vorbild des „Alten Testaments“ gelebt wurden – also mindestens bis ins 19. Jahrhundert. Ob dies wirklich etwas mit der vorherrschenden Religion zu tun hatte, ist umstritten. Jedenfalls ging die ursprünglich religiös geprägte Formel nahezu nahtlos in das Patriarchat über. Ein kurzer Überblick: Männer konnten ihre Lüste ausleben, Frauen nicht. Männer schrieben das Recht fest und auch die Moral. Und Männer konnten bestimmen, nach welchen Regeln geheiratet wurde.

Frauen wurde jede Eigenständigkeit abgesprochen

Die Gedanken zu jener Zeit (bis weit ins 19. Jahrhundert hinein) beruhten darauf, dass Frauen kein eigenständiges Dasein führen konnten. Vor allem, weil nur sehr wenige Frauen über ein eigenes Einkommen oder ein eigenes Vermögen verfügten. In einem solchen Leben war auch eine eigenständige Sexualität nicht denkbar. Behauptet wurde, dass „anständige“ Frauen nicht einmal den Wunsch verspürten, geschlechtlich mit einem Mann zu verkehren. Allgemein dachten sogar Ärzte, dass eine Frau erst durch einen Mann „erweckt“ werden müsste, um geschlechtliche Lüste zu verspüren. War sie nicht auf solche Art „erweckt“ worden und verspürte sie dennoch sinnliche Lüste, so wurde sie als „nicht normal“ abgewertet. Dazu ein Zitat:

(Ist das Weib) geistig normal entwickelt und wohlerzogen, so ist sein sinnliches Verlangen ein geringes … jedenfalls (ist) das Weib, welches dem Geschlechtsgenuss nachgeht, (eine) abnorme Erscheinung.

Neue moralische Sittenwächter treten auf - im alten Stil

Das heißt: Selbst als die katholische Kirche und sittenstrenge evangelikale Kreise an Einfluss verloren, traten neue Sittenwächter auf, die ähnlich dachten. Auch sie wollten Frauen daran hindern, eine eigenständige Sexualität zu entwickeln. Was zuvor als religiöse Norm galt, wurde nunmehr zur gesellschaftlichen Norm. Zwar ließ der Glaube nach, aber die Elemente einer angeblich „christlichen“ Moral blieben erhalten.

Doch was ist heute? Wie wollen wir heute leben?

Die Frage ist letztlich: Wie bewerten wir die Sexualität heute? Können wir in Lust und Wonne leben, ohne Regeln aufzustellen? Wer bewertet, was „unzüchtig“ oder gar unerwünscht ist? Was ist für uns „normal“? Und muss alles, was für uns eine Norm darstellt, auch für alle anderen Menschen gelten?

Die meisten von uns stellen sich irgendwann einmal diese Fragen. Und sie werden an uns gestellt – von Soziologen, Psychologen, Redakteuren, Moralisten und zahllosen Sektierern - mit Recht oder zu Unrecht.

Und wenn wir uns alles gefragt haben oder von allen befragt wurden, gibt es nur eine vernünftige Lösung: darüber zu sprechen, was uns bewegt. Dazu gehört auch, herauszufinden, was uns eint und was uns trennt.

Und letztlich: Wer eine Beziehung sucht, möchte auch, dass beide ein annähernd gleiches Verhältnis zu den Wonnen der Lust haben, denn unser gemeinsames Leben müssen wir auch miteinander verantworten. Und das ist genau das, worüber wir reden können - über unsere Verantwortung für die Lust, die Liebe und die Gestaltung unseres gesamten Lebens.

Zitat aus: Richard von Krafft-Ebing, Psychiater. In "Psychpathia sexualis" zuerst erschienen 1886

Ein anständiges Blog über unanständige Themen

Eine Person, die viele namenlose Personen verkörpert
Ukux Oxisana ist unser Quelle für alles, was mit der Lust zu tun hat. Diese Person ist weder männlich noch weiblich, weder gut noch böse und auf keinen Fall ordinär. Er/sie beschreibt mal nüchtern, mal in blumigen Worten alles, was den Menschen Lust bereitet. Der Name kann, je nach Lesart „miteinander reden“ oder „du bist verliebt“ bedeuten. Die Themen reichen von der Viktorianischen Ära im Vereinigten Königreich bis hin zu den kompromisslosen Short-Storys der Jetztzeit. Kurz: es handelt sich um eine Kunstperson, die Lüste aufgreift und verständlich darstellt.

sehpferd - der Chef erklärt Begriffe
Ich selbst bin sehpferd, der Inhaber dieses Blogs. Ich habe mich drauf spezialisiert, schwierige Begriffe aus alter und neuer Zeit zu erklären. Dabei greife ich auf ebenso vielfältige wie umfassende Quellen zurück. Es sind Bücher aus alter und neuer Zeit, aber auch Erinnerungen an Gespräche, die ich einmal geführt habe. Und ich ergänze sie durch aktuelle, verlässlich
Informationen aus der Wissenschaft.

Wenn du dieses Blog liest, sollte in der Lage sein, die Wertvorstellungen vergangener Epochen anzuerkennen. Das gilt auch, wenn du darüber ganz anderer Meinung bist. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde über Moralvorstellungen, Ethik, Geschlechterrollen und Machtverteilung völlig anders gedacht als heute. Wurde? Reste dieses Denken blieben und sie sind noch heute in Fragmenten oder auch „pur“ in den Köpfen haften.

Viele Menschen sehnen sich heute wieder nach den „guten alten Zeiten“, in denen noch „alles normal“ war. Dazu kann ich sagen: Sie waren wesentlich „perverser“, weil die reichen Menschen jener Zeit alle Lüste auskosteten, die durch falsche Versprechungen oder für Geld zu haben waren.

Sünden und Lüste - wollen wir darüber reden?

Worüber würdest DU eigentlich gerne reden?

Das Handeln der Menschen in Freiheit ist kein Sündenfall

Eigentlich hätte ja alles ganz hübsch werden können auf dieser Erde. Doch dann kam die dumme Geschichte mir Eva und seither sind wir dazu verdammt, mit den Sünden zu leben. Doch wir haben noch mal Glück gehabt, denn die Erbsünde gilt nicht für alle Menschen, und einen Sündenfall gibt es nicht wirklich. Wir sind aufgefordert, mit der Sünde zu leben. Das heißt auch: Wir sind gezwungen, sie auszuhalten.

Inzwischen ist Eva ohnehin entlastet, denn sie hat den Menschen erst zu dem gemacht, was er heute ist. Ob wir sündigen oder nicht, hängt auch nicht ausschließlich davon ab, wie wir handeln, wenn uns jemand in Versuchung führt. Wir müssen als Menschen damit leben, zu entscheiden und selber abzuwägen, was gut ist und was böse ist. Und ja, reden ... das müssen wir ohnehin. Denn ohne miteinander die Wahrheit zu suchen, werden wir nie offen über das Gemeinsame oder Trennende reden können.

Quelle für die biblische Interpretation: bibelwerk.ch

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