Über Dreier wird viel gemunkelt – und manch einer rümpft die Nase oder denkt zuerst an die Eifersucht, die sozusagen als ständige Begleiterin der Poly-Beziehungen gilt.
Das Spiel zu dritt - von der Berührungsangst zum Lustgewinn
Für die meisten jungen Leute ist ein „Dreier“ nur eine von vielen Spielereien rund um die Sexualität. Das Besondere daran ist vor allem, dass man zwei Personen zugleich „hautnah“ nahekommt. Das muss man mögen, auch wenn nur jeweils einer der beiden als Sexpartner infrage kommt.
Früher oder später legt sich die Berührungsangst – und was dabei herauskommt, hat viele Namen, aber nur einen Zweck: beide Geschlechter näher an sich heranzulassen. Für viele Menschen dürfte nicht klar sein, dass manche Personen zwar eindeutig heterosexuell sind, aber den Kontakt zum eigenen Geschlecht dennoch nicht fürchten. Die älteren Psychologen sagen dazu immer noch „Bisexualität“, aber für Berührungen ist es nicht erforderlich, die Etikettierung zu ändern. Wer es dennoch tun will, der kann sich als „heteroflexibel“ bezeichnen.
Eine stabile Persönlichkeit ist die beste Voraussetzung
Mindestens vier Eigenschaften sind nahezu unerlässlich, wenn eine Frau zum „Einhorn“ werden will. Eine stabile Persönlichkeit zu sein, ein positives Gefühl zum eigenen Körper zu haben, von fremden Körpern erotisch angeregt zu werden und experimentierfreudig zu sein.
Manchmal halten die Kombinationen aus einem verheirateten Paar und dem Einhorn eine begrenzte Zeit, sodass die „Einhörner“ häufiger ihre Beziehungen wechseln als andere Frauen. Behauptet wird, dass die „Einhörner“ dabei im Vorteil sind – denn sie sind sehr begehrt und so selten wie weiße Eichhörnchen.
Fragen und Erwartungen - Einhörner wollen klare Verhältnisse
Dem angeblichen Vorteil widersprechen viele Einhörner deutlich. Denn wenn sie eine neue Beziehung suchen, dann prüfen sie, ob sie für beide Teile des suchenden Paares attraktiv sind. Darüber hinaus erwarten sie Klarheit darüber, was das Paar von einem „Einhorn“ erwartetet. Schließlich gilt die Triole mit einem Einhorn als „Beziehung“.
Vom „Einhorn“ selbst wird erwartet, dass es sich ähnliche Fragen stellt, etwa nach dem Was-wäre-wenn-Gedanken. Also etwa: Wer bin ich für dieses Paar? Welche soziale, psychische oder sexuelle Rolle erwarten sie von mir? Was geschieht, wenn ich mich separat mit der Ehefrau oder dem Ehemann treffe – werde ich dann zu ihrer/seiner Geliebten? Bin ich zur „Treue“ gegenüber beiden verpflichtet?
Auch ungewöhnliche Beziehungen sind mehr als "nur Sex"
Abgesehen davon geht es ja nicht ausschließlich um Sex, sondern auch um eine zwar ungewöhnliche, aber durchaus verpflichtende soziale Bindung mit intensiver Gefühlsbewegung.
„Es geht ja nicht nur um Sex“, sagte mir einmal ein „Einhorn-Frau“, die relativ freizügig über ihre ungewöhnliche Beziehung zu einem Ehepaar sprach. „Es geht auch um Verlässlichkeit und Sicherheit … und manchmal geht es auch um etwas ganz anderes.“
Einhörner selber wissen, dass sie oft nur eine Art „Gastrolle“ in der Beziehung der Ehepaare spielen. Und sie wissen auch, dass dazu eine stabile Persönlichkeit notwendig ist, die sich auf Trennung und Neubeginn einstellen kann. Die Frage, wie man mit solchen wechselnden Beziehungen umgeht, wird selten glaubwürdig beantwortet. Vielleicht ist es einfach der Genuss der Vielfalt, der mehr zählt als eine feste Beziehung.
Immerhin wechseln auch manche „gewöhnliche“ Singlefrauen ihre Partner(innen) in kurzen Abständen. Und auch sie sagen der Fragestellerin nicht, warum sie dies tun.
Was offen bleibt
Triolen, an denen ein festes Paar und eine andere Person teilnehmen, folgen besonderen Regeln, die allerdings nirgendwo festgeschrieben sind. Zumeist werden Paare, die eine Dritte oder einen Dritten suchen, kritisch angesehen.
Hinweis:
Die meisten Aussagen zu "Einhörnern" stammen Aussagen aus Blogs, Foren, sozialen Netzwerken und Magazinen. Der größte Teil wurde völlig neu ermittelt und sorgsam aufbereitet. Sie haben dennoch nur denjenigen Wahrheitsgehalt, den solche öffentlichen Aussagen üblicherweise haben. Es kann völlig andere Meinungen und Erfahrungen geben, die von den hier genannten abweichen.
Der Begriff der „Sünde“ wird nahezu ausschließlich durch Religionsgemeinschaften definiert. „Fleischliche Sünden“ sind dabei jeweils Vergehen gegen sexuell geprägte Gebote.
Für andere Menschen sind sie entweder „ausschließlich Verhaltensweisen“ – dann verlieren sie den Geruch des „Vergehens“. Oder aber sie sind schamhaft begangene Brüche der Sitten und Gebräuche, Normen und Regel, mit denen wir Menschen aufgewachsen ist.
Sieht man sich die „schwere der Sünden“ aus kirchlicher Sicht an, so fällt vor allem der „Ehebruch“ auf. Er gehört nach alttestamentarischer Auffassung zu den „Zehn Geboten“, kommt aber in zwei Varianten vor:
Zum einen in „Du sollst nicht Ehebrechen“, zum anderen aber auch als „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib“. Der feine Unterschied liegt darin, dass im ersten Fall die Forderung nach Keuschheit erhoben wird, im zweiten Fall aber der Schutz des Eigentums gemeint ist. Denn die Ehefrau gehörte nach damaliger Auffassung zum Besitz des Mannes (Prinzipals, Patriarchen). Während sich der Text des sechsten Gebots sich an jede Frau und jeden Mann wendet, wird im zehnten Gebot ausdrücklich das Eigentum des „Nächsten“ angesprochen, das es zu schützen gilt.
Worin .liegt der Unterschied?
Im ersten Fall wendet sich das Gebot an alle Männer (auch an Frauen, aber sie werden nicht direkt angesprochen):
Männer (verheiratete wie unverheiratete) können „unkeusch sein“ und sie können in die Ehe eines anderen Mannes „einbrechen“ – und das nennt man dann „Ehebruch“. Hier die Interpretation (1):
„Ein Mann (kann) nur die Ehe eines anderen Mannes brechen – nicht in seine eigene“.
Woraus folgt (2):
„Ehebruch ist der Geschlechtsverkehr irgendeines Mannes mit einer verheirateten Frau eines anderen Mannes.“
Im zweiten Fall geht es darum, das Eigentum des Patriarchen an Gebäuden, Menschen, Tieren und Gesinde (Mägde, Knechte, Sklaven, Sklavinnen) zu schützen. (3)
Im Laufe der Geschichte haben sich die entsprechenden Interpretationen beider Gebote verändert – geblieben ist aber der Schwur auf die eheliche Treue.
(1,2)
Interpretation des sechsten Gebots.
Aus der Sicht der Naturwissenschaften werden Menschen in der gleichen Weise gezeugt und geboren wie ihre Artverwandten auch. Doch anders als diese sollen Menschen einen Makel haben: Der Sündenfall ist zwar nicht „ererbt“, aber er wirkt dennoch in uns Menschen weiter. So jedenfalls will es die
moderne theologische Interpretation.
Der Katholizismus nennt man den „Sündenfall“ nach wie vor die „Erbsünde“. Theologen versuchen gelegentlich, diese Lehre auf das Jahr 418 zu datieren. Doch erst seit dem 16 Jahrhundert sprechen katholische Christen offiziell von „
der Erbsünde“.
Der Makel der Frauen
Frauen den Makel der Sünde als „Verführung“ anzuhängen, geht allerdings bereits auf den Schriftgelehrten Jeschua ben Eleazar zurück. Er schrieb:
(Die Frauen …) sollen sich ruhig und still verhalten. Denn zuerst wurde Adam geschaffen, dann erst Eva. Es war auch nicht Adam, der vom Verführer getäuscht wurde; die Frau ließ sich täuschen und übertrat das Gebot Gottes.
Dies entspricht ganz der Auffassung, dass die Frau diejenige war, die aus Schwäche das Gebot übertreten hatte _ und vor dort bis zum
Etikett der Minderwertigkeit war es nur noch ein Schritt.
Verdächtigungen als Sünderinnen
Es klingt gut, zu sagen: „
Wir sind allemal Sünder.“
Doch den
Frauen hängt nach wie vor an, dass sie nicht stabil genug sind, sich der Verführung zu widersetzen. Andererseits werden sie allerdings immer wieder bezichtigt, selbst als Verführerinnen aufzutreten und auf diese Weise die Sünde fortzuschreiben.
Auf diese Weise wird der „Sündenfall“ immer wieder neu genährt – und jeder, der will, kann an ihn erneut anknüpfen.
Doch eines sollten wir nicht vergessen: Die Menschheit hat eine vielfältige Kultur entwickelt, zu der auch Religionen gehören. Sie dienen seit nahezu 50.000 Jahren dazu, Kulturen der verschiedensten Art abzustützen, aber auch dazu, sie zu erneuern und den Bedürfnissen der Menschen anzupassen.
Wäre es nicht unsere Pflicht, vor allem dafür zu sorgen?
Quelle für das Zitat: Bibelserver.
Skulpturen von von Eva, Adam, Teufel - unbekannter afrikanischer Künstler, Foto: Redaktion Sehpferd