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Gefühle und Philosophie für Schüler

Wenn Menschen sogenannte „Grundsatzfragen“ beantworten wollen, können sie die Philosophie verwenden. Sie versuchen zum Beispiel, unser Dasein (unsere Existenz) zu begreifen und die Bedeutung zu ergründen. Weil es mehrere Möglichkeiten gibt, das zu tun, ist die Philosophie nur eine Art, nach dem „Sinn des Lebens“ zu fragen. Gefühle sind dabei eher nebensächlich, weil sie zu alltäglich sind. Deswegen haben Philosophen nur wenig zur Erklärung der Gefühlswelt beigetragen.

Philosophie und Gefühle

Im Grunde eignet sich die Philosophie am besten dazu, Meinungen und Erfahrungen miteinander zu vergleichen – das ist eine Art „Denksport“. Er trainiert also das Gehirn und schärft die Sinne. Mit allem, was bei Gefühlen in uns abläuft, beschäftigt sich die Philosophie kaum. Sie versucht aber, eines unserer Gefühle zu verstehen. Es heißt „Mitgefühl“ oder auch Empathie. Wir benötigen dieses Mitgefühl, um uns in andere Personen „einzufühlen“. Weil das überall bekannt ist, sind Philosophen auch an Ethik interessiert.

Philosophische Texte sind oft schwer zu lesen, weil sie in einer „Gelehrtensprache“ verfasst werden, die kaum jemand versteht. Deshalb mussten wir auch in diesem Text ziemlich viel vereinfachen.

Ergänzung in sehr einfachem Deutsch für Kinder, Jugendliche und Menschen, die nur kurze Texte lesen wollen - Ergänzung zu Kapitel 2 der Online-Reihe "Fühlen ist ein seltsames Gefühl".
Dieser Text wurde in einfachem Deutsch geschrieben. Eine ausführliche Version für Lehrende und Lernende liegt ebenfalls vor.

Gefühl und Kybernetik

Beim Wort „Kybernetik“ zucken viele von euch die Schultern – ich weiß dies und fasse mich deswegen kurz.

Kernpunkt der Kybernetik - die Selbstregulation

Kybernetik ist eine wissenschaftliche Methode, mit der sowohl die belebte Natur wie auch technische Prozesse beschrieben werden können. Für unsere Betrachtungen ist vor allem die „Selbstregulation“ von Interesse.

Der Mensch ist demnach ein sich selbst regulierendes System. Selbstregulation gilt als Prinzip bei der Entstehung des Lebens wie auch bei der Evolution. Deswegen sagen Kybernetiker auch: Wo der erste Regelkreis war, da war das erste Leben.

Selbstregulation ist also der entscheidende Unterschied zu System, die unreguliert arbeiten oder die auf fremde Steuerung angewiesen sind. Der Kunstgriff, der dabei benutzt wird, heißt „Rückkoppelung“.

Die Techniken der Natur

Die gesamte Natur ist darauf eingerichtet, ökonomisch mit Energie umzugehen, zum Beispiel, weil die Nahrung nur begrenzt zur Verfügung steht. Wird überhaupt Energie verbraucht, dann zur Nahrungssuche, zur Bekämpfung der natürlichen Feinde oder zur Fortpflanzung. Alle anderen Prozesse laufen „automatisch im Hintergrund“ ab. Sollte sich aber herausstellen, dass ein „Fehler im System“ auftritt, müssen ebenso automatisch Maßnahmen eingeleitet werden, um den Fehler zu korrigieren. Dazu kann es nötig sein, erhebliche Energien freizusetzen.

Das Gleichgewicht halten als Beispiel

Ein körperliches Beispiel haben wir in der Schule gelernt (hoffe ich jedenfalls). Wir gehen normalerweise aufrecht. Damit wir uns nicht darum sorgen müssen, wo „oben und unten“ ist, haben wir besitzen ein ausgesprochen kleines Organ, das uns automatisch signalisiert, in welche Dimension (oben unten, links, rechts) wir und befinden – es bildet also eine dreidimensionale Realwelt ab. Die Impulse, die es aussendet, sind absolut minimal – es sei denn, in den Fällen, in denen es eine abrupte Bewegung spürt, die im Alltag nicht vorkommt. Dann wird ebenso blitzschnell ein Alarm ausgelöst, der über das Gehirn ebenso rasch eine körperliche Reaktion auslöst. Zu kompliziert? Schon mal irgendwo ausgerutscht? Und hast du da überlegt, dass du dich irgendwie abfangen musst, um nicht zu stürzen? Wahrscheinlich nicht. Der Körper hat blitzschnell umgeschaltet auf „Abwehr einer Gefahr“.

Werden Gefühle immer "durchgelassen"?

Gefühle aller Art folgen einem ähnlichen Muster: Solange kein Alarm ausgelöst wird, merken wir weder etwas von unseren Antrieben, Abwehrhaltungen und sonstigen Gefühlen. Die Sache ist zwar etwas komplizierter als bei unserem Gleichgewichtsorgan, aber der Mensch funktioniert immer nach dem gleichen Schema:

1. Die automatische Regelung funktioniert in dem Rahmen, in dem wir sie benötigen. Das heißt, es gibt ständig kleine Korrekturen, die wir aber nicht wahrnehmen. Das bedeutet: „Alles klar, automatische Regelung“. Das ist der Normalzustand.
2. Werte beginnen, abzuweichen – „erhöhte Aufmerksamkeit, aber noch keine Aktionen.“
3. Werte weichen stärker ab – „Lösungsvorrat aktivieren und gespeicherte Maßnahmen ausführen.“
4. Mögliche Folge: keine Lösungen gespeichert oder Lösung wirkungslos.
5. Maßnahme: Bewusstsein zuschalten oder Notfallalarm für Sofortmaßnahmen.
6. Wenn keine Sofortmaßnahmen nötig oder möglich sind – Problem systematisch lösen.
7. Systematische Lösungen können sehr einfach sein oder höchst komplex. In diesem Fall ist eine Problemanalyse sinnvoll.


Nach einiger Zeit oder bei Erfolg der Maßnahmen tritt das gestörte System wieder in den Zustand zurück, Signale aufzunehmen und sie unmerklich zu verarbeiten.

Wenn sich Gefühle nicht selbst regulieren

Für Gefühle gilt das Gesagte genauso, denn sie sind Teil des lebendigen Systems. Allerdings gibt es bei ihnen stärkere Ausschläge. Das gilt vor allem, wenn wir uns in unserer Existenz bedroht fühlen. Ist das Gefühl nachvollziehbar, so müssen wir uns um unsere Stabilität nicht sorgen. Einige dieser Gefühle werden allerdings so stark von Drogen (körpereigenen Botenstoffen) beeinflusst, dass sie sich „ungewöhnlich“ auswirken. Das ist bei übermäßiger Begeisterung, Angst, Wut oder Geschlechtslust häufig der Fall.

So weit es die Geschlechtslust betrifft, ist oftmals keine Problemlösung in Sicht, weil die Natur ausschließlich den Geschlechtsverkehr als „finale Lösung“ anbietet. Manche Gefühle entstehen aber auch, wenn es keinen Anlass (oder keinen Auslöser) gibt. Typisch dafür ist plötzlich auftretende Angst. Damit beschäftigen sich Forscher sehr intensiv, zum Beispiel Psychologen.

Gefühle, Kybernetik und Kommunikation

Die Kybernetik hat aber noch etwas bewirkt. Sie steht in enger Verbindung zur Mess- und Regeltechnik und hat zudem dazu beigetragen, die Kommunikation zwischen „Systemen, die nicht den gleichen Sprachumfang“ haben, transparenter zu machen.

Das können sein:

Menschen und Maschinen.
Maschinen und Maschinen.
Menschen und Menschen.
Menschen und Tiere.

Der Grund ist einfach: Als man begann, Maschinen zu entwickeln, die miteinander kommunizieren können, stellte man fest, dass beide den gleichen Zeichensatz benutzen müssen – sonst geht es gar nicht. Dabei fielen allerlei Gedanken für die menschliche Kommunikation ab, in der es stets zahllose Missverständnisse gibt.

Bei dieser Gelegenheit stellt man auch fest, dass sich Gefühle nicht problemlos in menschliche Sprache umsetzen lassen. Was letztlich bedeutet, dass die Sprache allein sich wenig eignet, um Gefühle zu übermitteln. Im Alltag weicht man daher auf Bilder aus, wenn man Gefühle darstellen und übermitteln will.

Während der Alltag zahllose Möglichkeiten bietet, Gefühle zu beeinflussen, sei es mit Bildersprache, Körpersprache und Stimme, bleibt dem Schriftsteller nur das Wort. Ein Teil dieses Blogs widmet sich diesem Thema.

Aus Kapitel 2 der Online-Reihe "Fühlen ist ein seltsames Gefühl". Kybernetik erklärt große Teile der Prozesse, die in Natur und Technik stattfinden, anhand von Modellen.

Für alle, die an mehr interessiert sind: Warum eine einzige Wissenschaft manche Dinge nicht erklären kann.

Fühlen ist ein wundersames Gefühl - die Emotionen

Aus Gefühlen werden manchmal Emotionen - und es ist gut zu wissen, wo die Unterschiede liegen. Zweiter Teil: Wenn aus Gefühlen Emotionen werden. Wir verwenden ein vereinfachtes Deutsch, das sich an Erwachsene und ältere Schüler wendet.

Wenn uns Gefühle bewegen, heißen sie Emotionen

Wir bitten euch, zu unserem neuen - selbstverständlich kostenlos lesbaren - Blog realfeelingspro zu wechseln, wenn ihr mehr wissen wollt.

Fühlen ist ein wundersames Gefühl

Erster Teil: Gefühle rein netto. Wir verwenden ein vereinfachtes Deutsch, das sich an Erwachsene und ältere Schüler wendet.

Wundert euch der Titel? Fragt ihr euch, warum „Fühlen ist ein wundersames Gefühl“ sein kann?

Nun - wer Schulaufsätze, Novellen und andere Schriften durchsucht, wird schnell erfahren, wie viele Menschen „Gefühle fühlen“. Ich fand das „bejahende Fühlen deiner Gefühle“ ebenso wie man ein „Fühlen erlernen“ kann, welches „Kontakt zu deinen Gefühlen“ herstellt, ganz zu schweigen von einem Buch, das „Gefühle sind zum Fühlen da“ betitelt ist.

Gefühle zu beschreiben ist nicht einfach

Wer Schreiben lehrt, sei es ein Deutschlehrer oder jemand, der Autoren heranbildet, wird immer darauf hinweisen, dass man weder die Angst noch die Lust fühlt, weil sie bereits Gefühle sind. In normalen Schulen wie auch in Schreibschulen gibt es Auflistungen, wie man Gefühle am besten beschreibt – nämlich anhand der Auswirkungen.

Wie kommt es nun, dass wir immer wieder lesen, dass wir Gefühle „fühlen“ sollen?

Die Antwort ist erstaunlich einfach: Alles, was wir nicht beschreiben können, wollen, sollen oder gar dürfen, versuchen wir mit einem einzigen Wort zu erklären. Falls uns jemand um eine etwas genauere Beschreibung bittet, werden wir mit anderen Worten abgespeist, und so geht es gerade so weiter.

Das muss nicht sein.

Was sind denn eigentlich "Gefühle"?

Erstaunlicherweise steht nicht einmal fest, was alles unter den Begriff „Gefühle“ fällt. Einmal sind es die Grundlagen des Lebens, die uns die Evolution mitgegeben hat, um zu überleben. Dann sind es Reize, die von außen auf uns einwirken und mit den Sinnen aufgenommen werden. Besonders intensiv wirken biochemische Prozesse, die das Gehirn einleitet, um elementare Triebe zu steuern. Hinzu kommen Stimmungen, die wir ebenfalls als Gefühle bezeichnen. Eine exakte Definition des Wortes „Gefühl“ existiert nicht. Und weil das so ist, müssen wir an die „Graswurzeln“ zurück - in diesem Fall zu den Grundlagen unserer Existenz.

Die Grundlage - Gefühle sind Reize

Im Grunde ist es ganz einfach: Gefühle sind in ihren Grundlagen alle Impulse, die nötig sind, um unser Leben zu erhalten oder zu gestalten. Man könnte sie auch als „Anreize“ oder „Auslöser“ bezeichnen, denn Gefühle allein bewirken gar nichts. Ich zitiere dazu eine Quelle aus der Schule:

Durch die Fähigkeit, Reize aufzunehmen, zu verarbeiten und darauf zu reagieren, steht ein Lebewesen in ständiger Beziehung zur Umwelt. Reizbarkeit ist eine entscheidende Voraussetzung für die Selbstregulation biologischer Systeme.

Soweit glaube ich, den Gebrauch des Wortes „Gefühle“ erklärt zu haben. Ich mache jetzt weiter mit dem Wort Emotionen.

Zitat: Lernhelfer
Teil 1 aus Kapitel 1 der Online-Reihe "Fühlen ist ein seltsames Gefühl".
Dieser Text wurde in verständlichem Deutsch speziell für Lehrende und Lernende geschrieben.