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Gefühle und Philosophie für Schüler

Wenn Menschen sogenannte „Grundsatzfragen“ beantworten wollen, können sie die Philosophie verwenden. Sie versuchen zum Beispiel, unser Dasein (unsere Existenz) zu begreifen und die Bedeutung zu ergründen. Weil es mehrere Möglichkeiten gibt, das zu tun, ist die Philosophie nur eine Art, nach dem „Sinn des Lebens“ zu fragen. Gefühle sind dabei eher nebensächlich, weil sie zu alltäglich sind. Deswegen haben Philosophen nur wenig zur Erklärung der Gefühlswelt beigetragen.

Philosophie und Gefühle

Im Grunde eignet sich die Philosophie am besten dazu, Meinungen und Erfahrungen miteinander zu vergleichen – das ist eine Art „Denksport“. Er trainiert also das Gehirn und schärft die Sinne. Mit allem, was bei Gefühlen in uns abläuft, beschäftigt sich die Philosophie kaum. Sie versucht aber, eines unserer Gefühle zu verstehen. Es heißt „Mitgefühl“ oder auch Empathie. Wir benötigen dieses Mitgefühl, um uns in andere Personen „einzufühlen“. Weil das überall bekannt ist, sind Philosophen auch an Ethik interessiert.

Philosophische Texte sind oft schwer zu lesen, weil sie in einer „Gelehrtensprache“ verfasst werden, die kaum jemand versteht. Deshalb mussten wir auch in diesem Text ziemlich viel vereinfachen.

Ergänzung in sehr einfachem Deutsch für Kinder, Jugendliche und Menschen, die nur kurze Texte lesen wollen - Ergänzung zu Kapitel 2 der Online-Reihe "Fühlen ist ein seltsames Gefühl".
Dieser Text wurde in einfachem Deutsch geschrieben. Eine ausführliche Version für Lehrende und Lernende liegt ebenfalls vor.

Wie du die Gefühle anderer spüren kannst

"Wie du die Gefühle anderer spüren kannst und wie andere deine Gefühle raten können" ist ein Beitrag in einfacher Sprache. Unser Autor versucht dabei, schon Grundschülern zu zeigen, was „nonverbale Kommunikation“ bedeutet und was das alles mit Gefühlen zu tun hat.

Über Gefühle reden ist nicht einfach

Über Gefühle zu reden ist nicht leicht. Egal, in welchem Lebensalter. Ob du Grundschüler bist, auf ein Gymnasium gegangen bist oder längste erwachsen bist – immer wieder fällt dir auf: Über Gefühle zu reden ist kompliziert.

Bitte wechsle zu unserem neuen Blog: Realfeelingpro, wenn du mehr lesen willst .

Gefühle und Körperchemie

Eine der größten Revolutionen in der Forschung über die Liebe war die einfache Tatsache, dass unser Gehirn in der Lage ist, Drogen freizugeben, die unser gewohntes Verhalten verändern.

Das alte Weltbild zerbricht

Das war im Grunde eine unglaubliche Sensation, aber sie wurde lange nicht so stark beachtet wie die Forschungen von Kopernikus, Darwin und Freud. Bekanntlich stellten alle drei (nach Freud Meinung) das menschliche Denken auf den Kopf, und daraus entstanden diese „Kränkungen“.

- Die Erde ist nicht der Mittelpunkt des Weltalls.
- Der Mensch hat die gleichen Wurzeln wir die Tiere.
- Ein Teil unserer Handlungen wird nicht bewusst gesteuert.

Es gibt weitere „Kränkungen“, von denen die wichtigsten genannt werden sollen:

- Der Mensch hat die Fähigkeit, automatisch zu reagieren.
- Intelligenz kann durch Maschinen nachgebildet werden.
- Der Körper und die Psyche sind nicht getrennt, sondern Teil desselben Systems.

Die letztgenannte These ist die interessanteste für das Verständnis der Gefühle. Und hier setzen auch die körpereigenen Drogen ein, die Botenstoffe oder Neurotransmitter. Sie können und sollen uns in eine bestimmte Richtung treiben, und ich will dies hier nur für die Liebe erörtern.

Die Natur verfügt über starke Drogen, die unsere Gefühle beeinflussen

Die Natur versucht im Allgemeinen, mit sehr wenig Energie auszukommen. Wer viel Energie verbraucht, muss mehr Nahrung zuführen, und Nahrung ist aus der Sicht der Säugetiernatur heraus nicht jeden Tag erhältlich. Das ist der Hauptgrund, warum die Natur versucht, alle lebenserhaltenden Prozesse zu ökonomisieren, zu rationalisieren und zu automatisieren. Mit zwei wichtigen Ausnahmen: Bei den Reaktionen auf die Furcht und bei dem Wunsch nach Fortpflanzung. Die erste Funktion sorgt für das Überleben des Individuums, das zweite für das Überleben der Art. Und der erste Schritt zur Erhaltung der Art ist bei den meisten Exemplaren der Tier- und Menschenwelt der Geschlechtsakt. Damit haben wir schon ungefähr umrissen, was passiert: Der Geschlechtsakt soll schnell, effektiv und konsequent abgewickelt werden. Um das zu gewährleisten, muss der „Sparmodus“ für Energie abgeschaltet werden und zugleich muss ein enormer Antrieb erzeugt werden, der sogar Gefahren vergessen lässt. Dazu setzt der Körper schnell wirkende Botenstoffe ein.

Der Mensch, der Sex, die Natur und die Chemie

Der Mensch „weiß“ das nicht. Er empfindet plötzlich den Drang, sich hier und jetzt geschlechtlich zu betätigen, Bedenken zurückzustecken und dabei „leichtsinnig“ vorzugehen. Die Natur baut nur eine einzige Hürde auf: Sie geht davon aus, dass die Weibchen entscheiden, welches Männchen sie befruchten darf und verweigern deshalb den anderen Interessenten die Möglichkeit.

Die Hürden der Kultur

Die Kultur hat andere Hürden aufgebaut. Sie kennt den Begriff der „Ethik“, hat moralische und rechtliche Vorstellungen unterschiedlicher Art, aber auch solche Begriffe wie „es ist üblich …“. Sitten, Gebräuche, Rituale und dergleichen sind beim Menschen abhängig von der Gesellschaft, in der er lebt. Dabei kommt ständig vor, dass der Trieb eine andere Sprache spricht als es die „guten Sitten“ tun. Wann immer dies der Fall ist, entstehen Konflikte. Daher kommt das Zögern und Zagen, das viele Menschen beim Sex empfinden.

Das geht dann so:

1. Der sexuelle Drang entsteht und richtet sich auf eine Person.
2. Diese muss eine Vorstellung davon haben, „wie es geht“,
3. Sodann müssen die „inneren Hürden“ aus verschiedenen Elementen überwunden werden.
4. Nun werden Rituale entwickelt, die entweder auf kulturellen Überlieferungen beruhen oder die sonst wie „üblich sind“.
5. Beide Personen sind sich einig und der Geschlechtsakt in der jeweiligen Art entspricht ihren Vorstellungen.


Anzumerken wäre, dass dies eine modernes, liberales und universelles Konzept ist. Es basiert nahezu ausschließlich auf der Bereitschaft der handelnden Personen.

Das also wäre die Beschreibung, in der die Botenstoffe noch nicht erwähnt wurden, sondern nur die Art ihres Einsatzes.

Ich fand eine hübsche Formulierung, die gut ausdrückt, was die Stoffe bewirken oder auch anrichten können:

Viele Wissenschaftler teilen die „Liebe” in drei Systeme auf: Leidenschaft, Lust und Bindung. Einige der Botenstoffe sind vor allem für die leidenschaftliche Phase verantwortlich, andere bestimmten die Lust. Alle drei Systeme können unabhängig voneinander agieren. Das bedeutet, dass nicht alle drei der gleichen „Meinung“ sein müssen, oder den gleichen Geschmack haben.

So gesehen, wirken also die Botenstoffe sowohl zusammen, als auch dann und wann gegeneinander.

Für die „lodernde Leidenschaft“ wird beispielsweise das Dopamin verantwortlich gemacht, ein Wirkstoff, den der Körper auch zur „Belohnung“ einsetzt.

Das Noradrenalin wirkt anregend, lustvoll und nimmt Einfluss auf die Stimmung – und was vielleicht noch wichtiger ist – es aktiviert den Körper.

Das Adrenalin ist bei uns Menschen ganz allgemein für die „schnelle Reaktion“ oder den „plötzlichen Antrieb zu Handlungen“ verantwortlich und ist deshalb ein wichtiger Mitspieler beim Sex. Es sorgt auch dafür, sich auf kaum etwas anders zu konzentrieren als das, was man vorhat – deshalb hemmt es auch Bedenken.

Zu erwähnen wäre noch das Serotonin, das im Volksmund auch als „Glückshormon“ bezeichnet wird. Es ist einer der typische „Stimmungsaufheller“ unter den Botenstoffen – mit seiner Hilfe empfinden wir also das „Liebesglück“.

Einen volkstümlichen Namen hat auch das Oxytocin das „Treuehormon“ genannt wird. Tatsächlich hat es einen großen Einfluss auf die Bindung von Paaren aneinander.

Sind wir der Sklaven von Botenstoffen und Hormonen?

Wir Menschen horchen nicht ständig auf unseren Körper, und wir geben auch natürlichen Regungen nicht immer und überall nach. Zudem gelingt es uns offenbar, Stimmungen auch gedanklich anzuheben und zu vermiesen – egal, ob uns im Hintergrund Botenstoffe unterstützen oder nicht. Insofern sind wir nicht die Sklavinnen und Sklaven der Natur.

Wenn wir die „Stimme der Natur“ aber ständig unterdrücken, dann tun wir unserem Körper auch nichts Gutes.

Die beste Methode ist, auf den Körper zu hören und seine Bedürfnisse mit Bedacht umzusetzen.

Wie spielen Natur, Chemie und Wille zusammen?

Die offene Frage: Weiß man nun, wie Gefühle genau entstehen, wie sie sich auswirken und wie man sie beeinflussen kann? Nein, man weiß es nicht, aber es gibt Ursachen, Tendenzen für die mögliche Wirkung und tatsächliche, nachvollziehbare Auswirkungen.

Eine meiner Quellen: WDR/Quarks

Teil nn aus Kapitel 2 der Online-Reihe "Fühlen ist ein seltsames Gefühl". Eine stark vereinfachte Version für Grundschüler steht ebenfalls zur Verfügung. Dies ist die Version für Lehrende und Lernende.

Gefühle – analog oder digital?

Wahrscheinlich habt ihr euch schon gewundert, warum ich hier von „analogen“ Gefühlen einerseits und von „digitalen“ Gefühlen andererseits spreche.

Um es kurz zu beschreiben sind:

„Analoge“ Gefühle sind alle Eindrücke, die wir als Gefühle empfinden können, die wir aber (noch) nicht beschreiben können.

Wenn wir diesem Eindruck einen Ausdruck geben wollen, haben Menschen wir mehrere Möglichkeiten. Eine davon ist, sie zu beschreiben. Wenn wir das tun, dann setzen wir sie in Zeichen, in diesem Fall in Worte. Das nennt man dann „digital“.

Gefühle analog zu digital umsetzen im Alltag

Die Umsetzung von analogen Gefühlen in Worte ist ausgesprochen schwer. Das betrifft unter den Erwachsenen vor allem Schriftsteller, Patienten der Ärzte sowie Klienten der Psychologen und Berater. Besonders schwierig wird es, wenn das Thema „Gefühle“ oder ein Bereich solcher Gefühle an die eigenen oder an soziale Grenzen stößt.

Einfache Unterschiede im Gespräch

Übrigens wird „analog“ oft falsch erklärt. Man kann einen rein „analogen“ Prozess als „stufenlos“ beschreiben. Das bedeutet aber auch, dass alles immer im Fluss ist – so wie die Gefühle. Deshalb versuchen wir, sie zu digitalisieren. „Ich sag dir, welche Gefühle mich jetzt bewegen“ ist digital. „Ich fühle etwas für dich“ ist analog.

Theorie in der Kommunikation

In der Kommunikation sagt man oft, dass wir „nonverbal“ kommunizieren – das ist analog, weil wir dann eine nicht genau beschreibbare Sprache aus Gestik und Mimik verwenden. „Verbale“ Kommunikation heißt im Gegensatz dazu: Kommunikation durch Worte und Sätze.

Für die Schlaumeier unter euch habe ich noch ein Beispiel hinzugefügt, das ihr auch in der Schule verwenden könnt.

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